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TIER auch in Rorschach

19. September 2022
Ab sofort sind die E-Trottinetts der TIER Mobility Suisse GmbH in einem dreimonatigen Versuchsbetrieb auch in Rorschach verfügbar.

In Tübach, Steinach, Horn oder Mörschwil sind sie bereits seit Juli dieses Jahres unterwegs: die E-Trottinetts des Selbstverleihers TIER. Nun testet auch die Stadt Rorschach das Angebot zusammen mit den Gemeinden Goldach und Rorschacherberg in einem Versuch. Der Stadtrat steht dieser neuen Mobilitätsform zwar durchaus auch kritisch gegenüber, denn die E-Trottinetts sind für Fussgängerinnen und Fussgänger oftmals ein Ärgernis. Sie sind schnell, nicht zu hören und überdies – obwohl verboten  – oft auf Trottoirs unterwegs. Zudem werden sie immer wieder an allen möglichen und unmöglichen Orten abgestellt, behindern so die übrige Verkehrsteilnehmenden und tragen nicht gerade zur Aufwertung des Stadtbildes bei. Trotzdem liegen sie im Trend, dem sich der Stadtrat nicht zum Vornherein verschliessen möchte. Der dreimonatige Versuchsbetrieb soll deshalb zeigen, ob sich das Angebot von TIER verträglich umsetzen lässt und es einem Bedürfnis entspricht.

Verschiedene Zonen definiert

Im Gegensatz zu den privaten Geräten kann der Stadtrat auf die Fahrzeuge von TIER zumindest einen gewissen Einfluss nehmen. So hat er zum Beispiel entlang der Seepromenade Fahrverbotszonen definiert. Dort funktionieren die Trottinetts gar nicht. Im Bereich der Innenstadt gilt eine Zone mit reduzierter Geschwindigkeit. Auch hier greift das System dank GPS direkt ins Fahrverhalten ein. Zeitgutschriften animieren die Nutzerinnen und Nutzer in verschiedenen Bereichen, ihr Fahrzeug auf den bezeichneten Parkflächen abzustellen. Ein Parkverbot gilt überall nördlich der Seelinie und – mit Ausnahme der offiziellen Abstellplätze – in der Innenstadt. Und Angestellte von TIER, sogenannte Ranger, sind laufend unterwegs, um falsch abgestellte Trottinetts einzusammeln und wo nötig Batterien auszutauschen. Schliesslich ist sichergestellt, dass ausschliesslich verkehrstaugliche Fahrzeuge in Betrieb genommen werden.

TIER selbst ist gemäss eigenen Angaben vollständig klimaneutral unterwegs und zieht dabei auch die Emissionen aus Produktion, Betrieb und Transport mit ein.

Regional abstimmen

Ob das Selbstverleihsystem nach dem Versuch in einen definitiven Betrieb übergeht, wird sich aus der Auswertung der Versuchsphase zeigen. Der Stadtrat wird dabei auch die Fahrgastzahlen des Seebusses im Auge behalten. Es besteht nämlich die Befürchtung, dass das neue Angebot nicht primär Autofahrende zum Umsteigen bewegt, sondern zu Lasten des öffentlichen Verkehrs geht.

Es ist dem Stadtrat wichtig, nicht nur den Versuchsbetrieb selbst, sondern auch die Auslegeordnung nach drei Monaten Betrieb zusammen mit den Nachbargemeinden vorzunehmen. Denn auch für einen allfälligen definitiven Betrieb gilt: Sinn macht das Angebot nur, wenn es regional abgestimmt ist.

TIER-Fahrzeuge auf Brücke über die Goldach
Abgestellte Fahrzeuge auf der Goldachbrücke: Weil Tübach das Angebot bereits vor den Sommerferien einführte, war bisher an der Gemeindegrenze Schluss.