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Kornhaus

28. Februar 2022 - Die Kornhaus-Vorlage ist aufgegleist

Die vorgenommene Analyse verlangt ein zielorientiertes Vorgehen.

Die Umnutzung und Sanierung des Kornhauses sind in Rorschach schon seit Jahrzehnten ein leidenschaftlich diskutiertes Thema. Trotz vieler interessanter Denkanstösse ist es bis heute nicht gelungen, ein Projekt zu realisieren, das zu verträglichen Kosten die vielfältigen Bedürfnisse der Bevölkerung und der Tourismusinteressierten überzeugend abdeckt. Diese Leidensgeschichte muss ein Ende haben. Darum will der Stadtrat Rorschach mögliche Verbesserungen sorgfältig und im Dialog mit der Bürgerschaft ausloten – und dann in klar definierten Schritten umsetzen. Um für dieses Vorgehen fundierte, richtungsweisende Grundlagen zu schaffen, hat der Stadtrat das Kornhaus bereits mit Fachleuten einer gründlichen bauphysikalischen Analyse unterzogen.

Kornhaus
Das Kornhaus wurde zwischen 1746 und 1749 als Getreidespeicher durch den Architekten und Baumeister Johann Caspar Bagnato für den Fürstabt Cölestin Gugger der Fürstabtei St. Gallen erstellt.

Diese hat gezeigt, dass das Gebäude sich konstant absenkt und gleichzeitig gegen den See abkippt. Momentan ist dieser Prozess nicht besorgniserregend, weil es sich pro Jahr im Millimeterbereich bewegt. Dennoch zeigt diese Analyse, dass das Kornhaus bei einer Umnutzung keinesfalls an Gebäudegewicht zulegen darf. Denn dann würde sich die Absenkung/Abkippung auf gefährliche Weise beschleunigen. Um dies zu verhindern, müsste das Gebäude mit einem Aufwand von rund 15 Mio. Franken stabilisiert werden. Im Weiteren wird die Nutzung des Kornhauses durch die limitierten Beheizungsmöglichkeiten stark eingeschränkt. Wird das Haus über 14 Grad geheizt, leidet die Bausubstanz stark. Hinzu kommt, dass alle Zwischenböden einfache Holzkonstruktionen sind. Bei einer erweiterten Nutzung müssten diese aufgrund statischer und feuerpolizeilicher Vorschriften sehr aufwendig ersetzt werden – was zudem zwangsläufig zu einem höheren Gebäudegewicht führen würde.

Wahrzeichen
Entgegen der landläufigen Meinung war das Erdgeschoss
des Kornhauses nie offen.

Eine weitere wichtige Erkenntnis unserer Abklärungen: Die weitverbreitete Meinung, das Erdgeschoss des Kornhauses sei früher eine offen zugängliche Säulenhalle gewesen, trifft nicht zu. Das Erdgeschoss war von Anfang an – so, wie es sich heute darstellt – ein mit Mauerwerk umschlossener Raum.

Früher
Das Kornhaus, Rorschacher Wahrzeichen aus jeder Perspektive.

Entgegen der landläufigen Meinung war das Erdgeschoss des Kornhauses nie offen.

Fazit

Dank gründlicher Abklärungen kennen wir nun die Einschränkungen, die sich bei einer Umnutzung des Kornhauses entgegenstellen. Mit diesem Erkenntnisstand erarbeitet der Stadtrat Vorschläge und legt sie der Bürgerschaft 2023 zur Begutachtung vor.

Stadtrat Rorschach

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Kornhaus baugeschichtliche und technische Grundlagen Februar 2021 Download 0 Kornhaus baugeschichtliche und technische Grundlagen Februar 2021